Montag, Juni 18, 2007

rückblick

Am heutigen Tag holt mich die Vergangenheit ein, denn folgende Perle prä-palomasreportiger Wurstbeschreibung habe ich eben wieder gefunden.


Heute ist mal wieder einer jener Festtage, an denen ich gähnend zum Briefkasten schlendere, doch dann plötzlich hellwach bin, denn sie ist da : Die Einladung zum Prickings-Hof. Eine sogenannte Postwurfsendung, in diesem Fall aber eher eine Postwurstsendung.
Für nur 26,90 DM kann sich der Püttlinger Normalbürger am 12. Oktober auf eine Fahrt in´s Blaue begeben, denn die Frage, wo es denn nun liegt, das Gehöf, bleibt nachwievor ungelöst.
Macht ja auch nix, denn wo auch immer sich die Stallungen befinden, dort gibt´s Wurst, und das nicht zu knapp : 2,2 KG hat jeder Besucher sicher, sofern er an der Werbeveranstaltung teilnimmt, doch wer macht das nicht, schliesslich geht´s um die Wurst !!! Hinzu kommen noch 1,25 KG Brot und Pilze, sowie ein paar Gramm Eier, plus das Gewicht der großen Broschüre (nicht essbar ; auch nicht mit Prickingswurst oben drauf !).
Mit ein bischen Glück ist man dann auch noch der 100ste, 200ste usw. Fahrgast, streicht damit weitere 2 KG Schweinebraten ein und gewinnt dann auch noch bei der "Musik und Tanz" Tombola ein halbes Schwein, welches weitere 40-50 KG auf die Waage bringt, und nach eigenen Wünschen zerlegt und verpackt wird (z.B. vom Ringelschwanz bis zwischen die Nasenlöcher sägen, das ganze bitte im Sack.) Hier bleibt kein Wunsch offen.
Wer dann noch den Hinweis beachtet hat, und knurrenden Magens angereist ist, hat das ganz große Los gezogen, denn die Riesenmahlzeiten nach bäuerlicher Art sind nicht nur preiswert, sondern auch gut, was den Hof ja auch bekannt macht im ganzen deutschen Vaterland. Und bei solch niedrigen Preisen, die sogar so niedrig sind, dass man sie garnicht erst nennen muss, ist auch schnell der 50 KG Wurstsack, der sich mittlerweile unterm Tisch befindet, vergessen, und die Schlachtplatte bestellt. Doch keine Angst um´s Cholesterin, ich bin sicher, Bauer Ewald hat auch daran gedacht, und ein Schnäpschen parat !


Wer so vollgestopft dann noch Lust hat, seine Wurst-Eroberungen durch den Bauer-Ewald-Garten zu tragen wird nicht enttäuscht, denn dort kann er sich im Rosenpark übergeben, an´s Freiwildgehege urinieren oder einfach auf der Kinderspielwiese umkippen. Doch Vorsicht, ich glaube Bauer Ewald hat den schwersten Zuchtbullen der Welt nicht mehr lange unter Kontrolle...
Im Ganzen also ein gelungener Tag für die ganze Familie. Vorausgesetzt Papa is arbeitslos und Alkoholiker, die Kleinen gehen zugunsten des Wurstsackes mal nicht zur Schule, Mama ist Hausfrau, und das (Wurst-)Budget für diesen Monat ist erschöpft (es muss nur noch was für die Reisekosten da sein). Jetzt muss Papa nur noch die Tölpen wecken (am Besten mittels Anbrüllen), denn es geht relativ früh los, obwohl, halb 6 geht ja, da sind die meisten Menschen eh schon wach, und schon geht die Reise los, und Mama hat ´ne Ausrede mal kein Frühstück machen zumüssen (Bauer Ewald hat gesagt...).
Jetzt bleibt einzig noch die Frage : Was ist mit dem Bäuerin Maria Denkmal passiert, denn beim letzten Mal, da bin ich mir sicher, gab´s das Ding noch ?! Vom Zuchtbullen überrannt ? Gotteskrieger in Passagierjets ? Budgetkürzungen ? Oder hat Bauer Ewald etwa ´ne Neue ??? Ich werd´s mir mal anschauen, und fang schon mal an zu hungern...

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

http://www.petatv.com/tvpopup/Prefs.asp?video=meet_your_meat

Wurstmassen - damit kriegt man die Kriegsgeneration immernoch. Aber die sind ja an Grausamkeit gewohnt.

Rosa (grummelgrummel)

8:49 vorm.  

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